Friedrich Zirm I Ohne Titel I 2001 I Kohle auf Papier I 250 X 70

Kunst Grafiken

Die Spitze der Abstraktion

Friedrich Zirm vollzieht in seinen frühen Arbeiten einen faszinierenden Wandel: Von gegenständlichen Zeichnungen über immer stärker abstrahierte Formen hin zu großformatigen Kunstgrafiken, bei denen der Purismus und Minimalismus im Vordergrund steht. Hier fließt bei Friedrich Zirm seine spezielle Situation als Rollstuhlsitzender und Gelähmter mit ein, der seine Hände nicht benutzen kann. Seine Kohle-Zeichnungen, die mit der Zunge auf Papier erstellt wurden, bilden die Spitze der Abstraktion und sind dabei dennoch sehr sinnlich, fast melodisch.

Foto: Birger Bustorff

„Ich zeichne mit Kohle auf Papier, weil die Kohle ein Werkstoff ist, der es mir erlaubt mit einfachsten Mitteln sehr viel auszudrücken. So ist es möglich, mit nur einem Stift eine massive, autoritäre Form zu Papier zu bringen, wie auch, eine federleichte, seismographisch wirkende Linie durch den Raum zu ziehen.“

"Ausgehend von menschlicher Gestik und Figur versuche ich mit der Abstraktion meiner Zunge eine neue Sprache zu formulieren."

„Es ist für mich kein Problem Farben nur mit schwarz und weiß darzustellen. Denn jede Farbe erzeugt, wenn Du sie anschaust, eine Seelenregung, eine Emotion. Ich kann dieses Gefühl auch ohne Farbe darstellen. Der Unterschied ist: eine Farbe kann man klar benennen z.B. als Rot, bei der abstrakten Kunst kann man dies nicht. Das liegt dann im Auge des Betrachters.“

Friedrich Zirm

Nach oben scrollen