Mein Leben in Tüten-1

Mein Leben in Tüten (2008)

Der Film zum Kunstprojekt 'Mein Leben in Tüten' mit einer Ausstellung im dm-Markt Kronprinzbau, Stuttgart. Für Götz W. Werner, dm-Geschäftsführer.

Die Tüten materialisieren die verflossenen Lebensjahre Friedrich Zirms. Jede enthält daher 52 Blätter aus Büttenpapier mit jeweils sieben Strichen. Zwei Jahre hat Zirm für diese Arbeit gebraucht.

Mit der Arbeit möchte Zirm darauf aufmerksam machen, dass wir alle auf die Leistungen anderer Menschen angewiesen sind. „Keine Idee, keine Entwicklung wird real ohne die Mitwirkung aller.“ Seine eigene Existenz sei bedingt durch die Krankheit die „reinste Form des Konsums von Dienstleistungen“ und mit diesem Werk wolle er nun der Gesellschaft etwas davon zurückgeben.

Abstrich (2011)

"Dieser Kurzfilm ist eine Metapher für Menschen mit Behinderung und/oder mit allgemeinen Einschränkungen, die dadurch auf Unterstützung von außen angewiesen sind. Man kann diesen Film aus zwei Positionen sehen. Die erste, die meine Position als bildenden Künstler betrachtet, und die zweite, die weitaus wichtigere, der menschlich ethischen Position.

Der erste Blickwinkel beleuchtet mich als Künstler, dessen Kunst nicht gebraucht wird. Sie geht in der Reizüberflutung der sogenannten Informationsmedien unter und wird letztendlich aus Kostengründen abgeschafft.

Die zweite Betrachtungsweise beschreibt die tatsächliche Alltagssituation von älteren Mitmenschen oder Kranken oder Gehandicapten, die nicht in der Lage sind, ihren Willen entweder zu äußern oder in die Tat umzusetzen. Sie vegetieren in Einrichtungen, Pflegeheimen und Krankenstationen vor sich hin. Sie sind am Ende ihres Lebens angekommen, ohne am Ende zu sein. Sie sind abgeschaltet, sie sind satt und sauber. Ihre ureigenen Fähigkeiten werden konsequent und gnadenlos ignoriert. Sie bekommen keine Chance, ihre Erfahrung, ihre Lebensweisheit, welcher Art auch immer, uns mitzuteilen und ihre Tatkraft zu entwickeln. Obwohl es uns gelegentlich sehr gut anstehen würde, auch diese, mitunter leisen, aber dennoch wichtigen Töne zu hören und vielleicht auch ihren Rat anzunehmen.

Ich hatte das große Glück, ein intaktes soziales Netz um mich zu wissen, was mir ermöglicht hat zu studieren und meinen Weg eigenständig zu gehen. Mein Job ist es als Künstler und als Mensch Fragen zu stellen.

Sind wir wirklich Willens diesen Abstrich zu machen?"

Friedrich Zirm

Performance Kunst Aka

Live Performance '16 m² Rollkunst' (2013),

Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

Wagenhallen

'MopedArt' (2016),

Wagenhallen, Stuttgart

SWR

Bericht der SWR Landesschau (2017)

Kurzfilm 'Ich bin frei' von Hendrick Ströhle (2019)

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